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Unterm Birnbaum

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er  das  Kapselchen  versteckt  hatte,  zog  gleich  danach  seine  Schuh’  aus  und  pulverte  von  dem Farnkrautsamen hinein. "So!" Und nun stand er wieder in seinen Schuhen und lachte. "Will  doch  mal  die  Probe  machen!  Wenn  ich  jetzt  unsichtbar  bin,  muß  ich  mich  auch  selber nicht sehen können." Und das Licht zur Hand nehmend, trat er vor den schmalen Trumeau mit dem weißlackierten Rahmen  und  sah  hinein  und  nickte  seinem  Spiegelbilde  zu.  "Guten  Tag,  Abel  Hradscheck. Wahrhaftig, wenn alles so viel hilft wie der Farnkrautsamen, so werd ich nicht weit kommen und bloß noch das angenehme Gefühl haben, ein Narr gewesen zu sein und ein Dummkopf, den ein altes Weib genasführt hat. Die verdammte Hexe! Warum lebt sie? Wäre sie weg, so hätt ich längst Ruh’ und  brauchte  diesen  Unsinn  nicht.  Und  brauchte  nicht  …"  Ein  Grusel  überlief  ihn,  denn  das Furchtbare, was er vorhatte, stand mit einem Male wieder vor seiner Seele. Rasch aber bezwang er sich. "Eins kommt aus dem anderen. Wer A sagt, muß B sagen." Und  als  er  so  gesprochen  und  sich  wieder  zurecht  gerückt  hatte,  ging  er  auf  einen  kleinen Eckschrank  zu  und  nahm  ein Laternchen  heraus,  das er sich schon vorher durch Überkleben mit Papier in eine Art Blendlaterne umgewandelt hatte. Die Alte drüben sollte den Lichtschimmer nicht wieder sehen und ihn nicht zum wievielsten Male mit ihrem "ick weet nich, Hradscheck, wihr et in de Stuw or wihr et in’n Keller" in Wut und Verzweiflung bringen. Und nun zündete er das Licht an, knipste die Laternentür wieder zu und trat rasch entschlossen auf den Flur hinaus. Was er brauchte, darunter  auch  ein  Stück  alter  Teppich,  aus  langen  Tuchstreifen  geflochten,  lag  längst  unten  in Bereitschaft. "Vorwärts, Hradscheck!" Und zwischen den großen Ölfässern hin ging er bis an den Kellereingang, hob die Falltür auf und stieg langsam und vorsichtig die Stufen hinunter. Als er aber unten war, sah er, daß die Laterne, trotz  der  angebrachten  Verblendung,  viel  zu  viel  Licht  gab  und  nach  oben  hin,  wie  aus  einem Schlot, einen hellen Schein warf. Das durfte nicht sein, und so stieg er die Treppe wieder hinauf, blieb aber in halber Höhe stehen und griff bloß nach einem ihm in aller Bequemlichkeit zur Hand liegenden Brett, das hier an das nächstliegende Ölfaß herangeschoben war, um die ganze Reihe der Fässer am Rollen zu verhindern. Es war nur schmal, aber doch gerade breit genug, um unten das Kellerfenster zu schließen. "Nun mag sie sich drüben die Augen ausgucken. Meinetwegen. Durch ein Brett wird sie ja wohl nicht sehen können. Ein Brett ist besser als Farnkrautsamen …" Und damit schloß er die Falltür und stieg wieder die Stufen hinunter. 59
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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