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Unterm Birnbaum

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lautete: "So spricht der Herr Zebaoth: Richtet recht, und ein jeglicher beweise an seinem Bruder Güte und Barmherzigkeit. Und tuet nicht Unrecht den Fremdlingen und denke keiner wider seinen Bruder  etwas  Arges  in  seinem  Herzen."  Schon  bei  Lesung  des  Textes  und  der  sich  daran knüpfenden   Einleitungsbetrachtung   hatten   die   Bauern   aufgehorcht;   als   aber   der   Pastor   das Allgemeine fallen ließ und, ohne Namen zu nennen, den Hradscheckschen Fall zu schildern und die Trüglichkeit des Scheines nachzuweisen begann, da gab sich eine Bewegung kund, wie sie seit dem Sonntag (es ging nun ins fünfte Jahr), an welchem Eccelius auf die schweren sittlichen Vergehen eines  als  Bräutigam  vor  dem  Altar  stehenden  reichen  Bauernsohnes  hingewiesen  und  ihn  zu besserem Lebenswandel ermahnt hatte, nicht mehr dagewesen war. Beide Hradschecks waren in der Kirche zugegen und folgten jedem Worte des Geistlichen, der heute viel Bibelsprüche zitierte, mehr noch als gewöhnlich. Es   war   unausbleiblich,   daß   diese   Rechtfertigungsrede   zugleich   zur   Ank lage   gegen   alle diejenigen  wurde,  die  sich  in  der  Hradscheck-Sache  so  wenig  freundnachbarlich  benommen  und durch    allerhand    Zuträgereien    entweder    ihr    Übelwollen    oder    doch    zum    mindesten    ihre Leichtfertigkeit und Unüberlegtheit gezeigt hatten. Wer in erster Reihe damit gemeint war, konnte nicht  zweifelhaft  sein,  und  vieler  Augen,  nur  nicht  die  der  Bauern,  die,  wie  herkömmlich,  keine Miene verzogen, richteten sich auf die mitsamt ihrem "Lineken" auf der vorletzten Bank sitzende Mutter  Jeschke,  der  Kanzel  gerad’  gegenüber,  dicht  unter  der  Orgel .  Line,  sonst  ein  Muster  von Nichtverlegenwerden, wußte doch heute nicht wohin und verwünschte die alte Hexe, neben der sie das Kreuzfeuer so vieler Augen aushalten mußte.  Mutter Jeschke selbst aber nickte nur leise mit dem Kopf, wie wenn sie jedes Wort billige, das Eccelius gesprochen, und sang, als die Predigt aus war, den Schlußvers ruhig mit. Ja sie blieb selbst unbefangen, als sie draußen, an den zu beiden Seiten  des  Kirchhofweges  stehenden  Frauen  vorbeihumpelnd,  erst  die  vorwurfsvollen  Blicke  der Älteren und dann das Kichern der Jüngeren über sich ergehen las sen mußte. Zu Hause sagte Line: "Das war eine schöne Geschichte, Mutter Jeschke. Hätte mir die Augen aus dem Kopf schämen können." "Bis doch sünnst nicht so." "Ach was, sünnst. Hat er recht oder nicht? Ich meine, der Alte drüben?" "Ick weet nich, Line", beschwichtigte die Jeschke. "He möt et joa weeten." 37
  
Bürgerliches Gesetzbuch BGB
von Helmut Köhler
Siehe auch:
Handelsgesetzbuch HGB: ohne Seehandelsrech...
Arbeitsgesetze
Grundgesetz GG: Menschenrechtskonvention, Europäischer Gerichtsh...
Strafgesetzbuch StGB
Aktiengesetz · GmbH-Gesetz: mit Umwandlungsgesetz, Wertpapiererw...
Zivilprozeßordnung. ZPO
 
   
 
     
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