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zwinkernd über das große Stück Leinwand hin an, das sie, wie wenn sies abmessen wollte, mit einem energischen Ruck und Puff vor sich ausspannte. Die Wirkung dieser kleinen Künste blieb auch nicht aus. So wenigstens schien es Linen. Die Jeschke dagegen wußt es besser, und als Geelhaar auf ihre mit Vorbedacht in Hochdeutsch gesprochene Frage, "was ihr denn eigentlich die Ehre verschaffe", mit einem scherzhaft gemeinten Fingerzeig auf Line geantwortet hatte, lachte sie nur und sagte: "Nei, nei, Herr Gendarm. Ick weet schon, ick weet schon
Awers nu settens sich ihrst
Joa, diss Hradscheck
he kümmt joa nu wedder rut." "Ja, Mutter Jeschke", wiederholte Geelhaar, "he kümmt nu wedder rut. Das heißt, er kommt wieder raus, wenn er nich drin bleibt." "Woll, woll. Wenn he nicht drin bliewt. Awers worümm sall he drin bliewen? Keen een hatt joa wat siehn, und keen een hett joa watt utfunnn. Un Se ook nich, Geelh aar." "Nein", sagte der Gendarm. "Ich auch nich. Aber es wird sich schon was finden oder doch finden lassen, und dazu müssen Sie helfen, Mutter Jeschke. Ja, ja. Soviel weiß ich, die Hradscheck hat schon lange keinen Schlaf mehr und ist immer treppauf und treppab. Und wenn die Leute sagen, es sei bloß, weil sie sich um den Mann gräme, so sag ich: Unsinn, er is nich so und sie is nich so." "Nei, nei", wiederholte die Jeschke. "He is nich so un se is nich so. De Hradschecks, nei, de sinn nich so." "Keinen ordentlichen Schlaf also", fuhr Geelhaar fort, "nich bei Tag und auch nich bei Nacht, und wankt immer so rum, und is mal im Hof und mal im Garten. Das hab ich von der Male
Hören Sie, Mutter Jeschke, wenn ich so mal nachtens hier auf Posten stehen könnte! Das wäre so was. Line bleibt mit auf, und wir setzen uns dann ans Fenster und wachen und gucken. Nich wahr, Line?" Line, die schon vorher das Weißzeug beiseite gelegt und ihren blonden Zopf halb aufgeflochten hatte, schlug jetzt mit dem losen Büschel über ihre linke Hand und sagte: "Will es mir noch überlegen, Herr Geelhaar. Ein armes Mädchen hat nichts als seinen Ruf." Und dabei lachte sie. "Kümmens man, Geelhaar", tröstete die Jeschke, trotzdem Trost eigentlich nicht nötig war. "Kümmens man. Ick geih to Bett. Watt doa to siehn is, ick meen hier buten, dat hebb ick siehn, dat weet ick all. Un is ümmer dat Sülwigte." "Dat Sülwigte?" "Joa. Nu nich mihr. Awers as noch keen Snee wihr. Doa
" "Da. Was denn?" "Doa wihr se nachtens ümmer so rümm hier." "So, so", sagte der Gendarm und tat vorsichtig allerlei weitere Fragen. Und da sich die Jeschke von guten Beziehungen zur Dorfpolizei nur Vorteile versprechen konnte, so wurde sie trotz aller sonstigen Zurückhaltung immer mitteilsamer und erzählte dem Gendarm Neues und Altes, namentlich auch das, was sie damals, in der stürmischen Novembernacht, von ihrer Küchentür aus beobachtet hatte. Hradscheck habe lang da gestanden, ein flackrig Licht in der Hand. "Un wihr binoah so, as ob he wull, dat man em seihn sull." Und dann hab er einen Spaten genommen und sei bis an den Birnbaum gegangen. Und da hab er ein Loch gegraben. An der Gartentür aber habe was gestanden wie ein Koffer oder Korb oder eine Kiste. Was? das habe sie nicht genau sehen können. Und dann hab er das Loch wieder zugeschüttet. Geelhaar, der sich bis dahin, allem Diensteifer zum Trotz, ebensosehr mit Line wie mit Hradscheck beschäftigt hatte, ja, vielleicht mehr noch Courmacher als Beamter gewesen war, war unter diesem Bericht sehr ernsthaft geworden und sagte, während er mit Wichtigkeitsmiene seinen gedunsenen Kopf hin und her wiegte: "Ja, Mutter Jeschke, das tut mir leid. Aber es wird Euch Ungelegenheiten machen." "Wat? wat, Geelhaar?" "Ungelegenheiten, weil Ihr damit so spät herauskommt." "Joa, Geelhaar, wat sall dat? wat mienens mit to spät? Et hett mi joa keener nich froagt. Un Se ook nich. Un wat weet ick denn ok? Ick weet joa nix. Ick weet joa joar nix." 31 |  |
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